Stell dir vor: Du sitzt vor einem Gaming-PC, den du komplett selbst zusammengebaut hast, und weißt genau, was in jedem Kabel und jedem Slot steckt. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Wer einen Gaming-PC selbst zusammenstellt, bekommt deutlich mehr Leistung fürs Geld als mit jedem Fertigsystem aus dem Regal.
In diesem Leitfaden zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen Gaming-PC baust, auch wenn du noch nie zuvor eine Grafikkarte in der Hand gehalten hast. Wir starten bei der richtigen Vorbereitung deines Arbeitsplatzes, gehen durch alle wichtigen Komponenten und zeigen dir drei konkrete Budget-Beispiele für den belgischen Markt. Du lernst außerdem, wie du die Kompatibilität deiner Teile prüfst, bevor du bestellst, wie die Montage Schritt für Schritt abläuft und was du beim ersten Start beachten musst.
Kurz gesagt: Nach diesem Artikel weißt du genau, was zu tun ist, und kannst deinen ersten eigenen Gaming-PC mit Vertrauen zusammenbauen.
Warum du deinen Gaming-PC selbst bauen solltest
Einen Gaming-PC selbst zusammenzustellen lohnt sich aus einem einfachen Grund: Du bekommst mehr Leistung fürs gleiche Geld. Einzelne Komponenten sind fast immer günstiger als vergleichbare Fertigsysteme, weil Hersteller bei Komplett-PCs Montage, Marge und Marketing einpreisen.
Das wird bei 1.200 Euro besonders deutlich. Ein typischer Fertig-PC in dieser Preisklasse kommt oft mit einer mittelklassigen GPU, langsamem RAM und einem Netzteil, das kaum Spielraum für spätere Upgrades lässt. Mit dem gleichen Budget kannst du beim eigenen Gaming PC Build gezielt in die Grafikkarte investieren, wo es beim Spielen wirklich ankommt, und an anderer Stelle sparen, zum Beispiel beim Gehäuse. Das Ergebnis: spürbar höhere Frameraten bei gleichem Einsatz. Wer sich vorher über aktuelle Komponenten informieren möchte, findet in unserem Artikel Gaming PC kaufen: Darauf musst du wirklich achten einen guten Einstieg.
Du entscheidest, wohin das Budget fließt. Kein Hersteller zwingt dir eine teure Marken-Beleuchtung oder ein unnötiges Zubehörpaket auf. Mehr GPU-Leistung statt teures Designgehäuse ist eine Entscheidung, die nur du selbst treffen kannst.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich erst später: Upgrades. Wer seinen PC selbst gebaut hat, kennt jeden Stecker, jede Schraube und jedes Kabel. Eine neue Grafikkarte einzubauen dauert dann 20 Minuten, kein Herstellerservice nötig.
Und die Angst, teure Hardware zu beschädigen? Sie ist verständlich, aber übertrieben. Moderne Komponenten sind robuster als ihr Ruf. Die wenigen echten Risiken, vor allem elektrostatische Entladungen, lassen sich mit einfachen Maßnahmen praktisch ausschließen: ein Antistatik-Armband oder das kurze Berühren eines unlackierten Heizkörpers reicht aus. Auf Teppich arbeiten solltest du trotzdem nicht. Die genaue Vorbereitung des Arbeitsplatzes erklärt der nächste Abschnitt.
Werkzeug und Arbeitsplatz richtig vorbereiten
Bevor die erste Schraube dreht, lohnt es sich, fünf Minuten in die richtige Vorbereitung zu investieren. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz verhindert mehr Fehler als jedes Tutorial.
Das brauchst du wirklich
Die gute Nachricht: Du benötigst kein spezielles Werkzeug. Diese vier Dinge reichen aus:
- Kreuzschlitzschraubendreher Größe PH2 (passt zu fast allen PC-Schrauben)
- Kabelbinder zum ordentlichen Verlegen der Kabel
- Schere zum Kürzen der Kabelbinder
- Kleine Schüssel oder Teller als Sammelpunkt für lose Schrauben
Das war es. Wer vor dem Einbau eine solche Checkliste abarbeitet, spart sich frustrierendes Suchen mittendrin.
Antistatik-Schutz: Pflicht, kein Hobby
Elektronische Bauteile reagieren empfindlich auf elektrostatische Entladungen, die du selbst nicht spürst. Zwei Optionen schützen zuverlässig:
- Antistatik-Armband am Handgelenk tragen und mit einem geerdeten Metall verbinden.
- Ohne Armband: Vor dem Anfassen jeder Komponente kurz einen unlackierten Heizkörper berühren. Das leitet aufgebaute Ladung ab.
Beide Methoden erfüllen die Anforderungen nach EN IEC 61340-5-1, dem europäischen Standard für ESD-Schutz bei elektronischen Bauteilen.
Der richtige Untergrund
Niemals auf Teppich arbeiten. Textilfasern bauen statische Ladung auf und können Komponenten beschädigen. Besser geeignet sind:
- Ein Holztisch (ideal)
- Ein aufgefalteter Karton auf dem Boden als Alternative
Platz und Licht
Plane großzügig. Ein aufgeräumter Tisch mit mindestens 80 cm Arbeitsfläche verhindert, dass Komponenten herunterfallen. Eine helle Lampe oder Schreibtischleuchte direkt über dem Arbeitsbereich macht kleine Stecker und Beschriftungen gut sichtbar.
Komponenten erst auspacken, wenn sie dran sind
Original-Verpackungen sind nach EN IEC 61340-5-3 speziell für den ESD-Schutz konzipiert. Lass Mainboard, GPU und RAM so lange darin, bis du sie wirklich einbaust. Das verhindert Kratzer, verbogene Pins und ungewollte elektrostatische Entladungen.
Diese Komponenten braucht jeder Gaming-PC
Jetzt, wo dein Arbeitsplatz vorbereitet ist, kommt die spannendere Frage: Was muss eigentlich in deinen neuen Gaming-PC rein?
Die sieben Pflichtkomponenten sind immer dieselben:
- CPU (Prozessor): Das Gehirn des PCs. Übernimmt alle Berechnungen, die nicht direkt mit Grafik zu tun haben.
- Mainboard: Die Platine, auf der alles zusammenkommt. Sie verbindet CPU, RAM, GPU und alle anderen Teile miteinander.
- RAM (Arbeitsspeicher): Kurzzeitgedächtnis des Systems. Je mehr und je schneller, desto flüssiger laufen Programme parallel.
- GPU (Grafikkarte): Rendert Bilder und Animationen. Für Gaming ist sie die wichtigste Einzelkomponente überhaupt.
- Speicher (SSD oder HDD): Hier landen Betriebssystem, Spiele und Dateien dauerhaft. Eine SSD startet Windows und Spiele deutlich schneller als eine HDD.
- Netzteil: Versorgt alle Komponenten mit Strom. Zu wenig Watt bedeutet Abstürze, zu günstige Qualität kann Hardware beschädigen.
- Gehäuse: Hält alles zusammen, sorgt für Belüftung und schützt die Komponenten.
Wo du budgetmäßig sparen kannst: Bei CPU, RAM und Gehäuse gibt es gute Preis-Leistungs-Optionen. Bei der GPU solltest du nicht zu sehr geizen, da sie den größten Einfluss auf deine Frameraten hat.
Sinnvolle Extras, aber nicht zwingend erforderlich: Viele CPUs liegen ohne Kühler im Karton, dann ist ein separater CPU-Kühler Pflicht. Eine WLAN-Karte brauchst du nur, wenn dein Mainboard kein WLAN eingebaut hat. Zusätzliche Gehäuselüfter verbessern die Temperaturen, sind aber für den ersten Start nicht notwendig.
Bevor du eine einzige Komponente bestellst: Prüfe die Kompatibilität mit kostenlosen Planungstools. PCPartPicker zeigt dir auf einen Blick, ob alle Teile zusammenpassen. Alternativ hilft der ALTERNATE PC Configurator mit Echtzeit-Feedback direkt beim Zusammenstellen deiner Teileauswahl. Für eine aktuelle Orientierung, welche Komponenten sich 2026 besonders lohnen, schau auch in unsere Kaufberatung: Komponenten-Checkliste für KI-fähige Gaming-PCs 2026.
Drei Budget-Beispiele: Einsteiger, Mittelklasse und High-End

Jetzt, wo du weißt, welche Komponenten du brauchst, stellt sich die entscheidende Frage: Wie viel willst du ausgeben? Hier sind drei realistische Builds als Orientierung.
Einsteiger-Build: 600-800 Euro
Dieser Build ist ideal für 1080p-Gaming bei mittleren bis hohen Details in Spielen wie Fortnite, Minecraft oder FIFA. Typische Komponenten in dieser Preisklasse bei Alternate.be oder Coolblue:
- CPU: AMD Ryzen 5 7600 (ca. 170 Euro)
- Mainboard: B650-Board mit AM5-Sockel (ca. 110 Euro)
- RAM: 16 GB DDR5 (ca. 50 Euro)
- GPU: AMD RX 7600 oder NVIDIA RTX 4060 (ca. 270 Euro)
- SSD: 500 GB NVMe M.2 (ca. 50 Euro)
- Netzteil: 650 W 80+ Bronze (ca. 60 Euro)
- Gehäuse: Midi-Tower (ca. 60 Euro)
Mittelklasse-Build: 1.000-1.400 Euro
Hier bekommst du flüssiges 1440p-Gaming, das 3-4 Jahre zukunftssicher bleibt. Im Vergleich zum Einsteiger-Build werden vor allem GPU und CPU aufgewertet: Eine RTX 4070 (ca. 550 Euro) ersetzt die 4060, dazu kommt ein stärkerer Ryzen 7 7700X (ca. 280 Euro) und 32 GB RAM. Das Gehäuse und Netzteil (750 W) bleiben ähnlich.
High-End-Build: 1.800-2.500 Euro
Für 4K-Gaming und maximale Frameraten springst du auf eine RTX 4080 Super oder RTX 4090. Der spürbarste Unterschied liegt klar bei der GPU, weniger beim Gehäuse oder Netzteil. Ein teures Prozessor-Upgrade von Ryzen 9 auf Core Ultra 9 macht im Gaming hingegen kaum einen sichtbaren Unterschied.
Schnellvergleich aller drei Builds
| Komponente | Einsteiger | Mittelklasse | High-End |
|---|---|---|---|
| CPU | Ryzen 5 7600 (~170 €) | Ryzen 7 7700X (~280 €) | Ryzen 9 9900X (~450 €) |
| GPU | RTX 4060 (~270 €) | RTX 4070 (~550 €) | RTX 4080 Super (~1.000 €) |
| RAM | 16 GB DDR5 (~50 €) | 32 GB DDR5 (~90 €) | 32 GB DDR5 (~90 €) |
| SSD | 500 GB (~50 €) | 1 TB (~70 €) | 2 TB (~120 €) |
| Gesamt | ~660 Euro | ~1.200 Euro | ~2.100 Euro |
Für weitere praktische Budget-Beispiele als Orientierung lohnt sich ein Blick in unseren Kaufratgeber.
Belgien-Tipp: Preise schwanken je nach Händler um 5-15%. Vergleiche deshalb immer auf Tweakers.net und Idealo.be, bevor du bestellst.
Kompatibilität prüfen bevor du bestellst
Sobald du dein Wunsch-Budget festgelegt hast, kommt der wichtigste Schritt vor dem Bestellen: die Kompatibilitätsprüfung. Kaufst du Teile, die nicht zusammenpassen, bleibst du entweder auf unbrauchbarer Hardware sitzen oder musst kostspielig umtauschen.
CPU und Mainboard: Der Sockel entscheidet alles
CPU und Mainboard müssen denselben Sockel teilen, sonst passt der Prozessor schlicht nicht auf die Platine. AMD Ryzen 9000er Prozessoren nutzen Socket AM5, Intel Core Ultra 200er dagegen den Sockel LGA1851. Diese beiden Sockel sind nicht austauschbar. Schau deshalb immer zuerst auf die Sockelbezeichnung in den technischen Daten beider Komponenten.
RAM: DDR4 oder DDR5 und die richtige Konfiguration
Neuere Mainboards unterstützen DDR5, ältere nur DDR4. Beide Standards sind physisch unterschiedlich geformt und lassen sich nicht im falschen Slot einsetzen. Prüfe also im Mainboard-Datenblatt, welcher Standard unterstützt wird, und kauf ausschließlich passenden RAM. Achte außerdem auf die maximale Taktrate: Ein DDR5-6000-Riegel im Mainboard, das nur bis DDR5-4800 unterstützt, taktet automatisch herunter. Für die beste Leistung steckst du außerdem zwei identische RAM-Riegel in die vom Hersteller empfohlenen Slots, damit der Dual-Channel-Modus aktiv wird. Welche Slots das sind, steht im Handbuch, meistens sind es Slot 2 und 4.
Netzteil-Wattage nicht unterschätzen
Eine gängige Faustregel: Addiere den maximalen TDP-Wert deiner CPU und deiner GPU, und rechne dann 150 bis 200 Watt als Puffer obendrauf. Für einen typischen Mittelklasse-Build mit 125-Watt-CPU und 200-Watt-GPU wären das mindestens 500 Watt, besser 650 Watt. Online-Rechner helfen dabei, den Bedarf genauer zu ermitteln.
Mit dem ALTERNATE PC Configurator auf der sicheren Seite
Das praktischste Werkzeug für Einsteiger ist der ALTERNATE PC Configurator. Du stellst dort deinen Build Schritt für Schritt zusammen, und das Tool meldet sofort, wenn Sockel oder RAM-Typ nicht kompatibel sind oder das Netzteil für die gewählten Komponenten nicht ausreicht. Das spart teure Rückgaben.
Für weiterführende Hinweise zu Leistungsanforderungen aktueller Spiele lohnt sich auch ein Blick auf unsere Technische Erwartungen & Hardware-Tipps.
Gaming-PC zusammenbauen: Die komplette Montage-Reihenfolge
Sobald du die Kompatibilität geprüft hast, kann der eigentliche Zusammenbau beginnen. Die Reihenfolge ist dabei entscheidend: Bestimmte Komponenten lassen sich einfacher einbauen, bevor das Mainboard im Gehäuse sitzt.
Schritt 1: CPU einbauen
Öffne den Arretierungshebel am CPU-Sockel und hebe den Rahmen an. Richte den Chip so aus, dass das kleine Dreieck auf der CPU-Ecke mit der Markierung im Sockel übereinstimmt. Leg die CPU einfach ein ohne Druck, sie fällt von selbst in Position. Dann Hebel zurückdrücken und einrasten. Fertig.
Schritt 2: CPU-Kühler montieren
Trag einen erbsengrossen Tropfen Wärmeleitpaste mittig auf die CPU-Oberfläche auf. Mehr ist hier nicht besser. Setz den Kühler laut beiliegender Anleitung auf und befestige ihn gleichmäßig über Kreuz, damit der Druck gleichmäßig verteilt wird. Steck anschliessend den Lüfterstecker in den CPU_FAN-Anschluss auf dem Mainboard.
Schritt 3: RAM einsetzen
Schau im Mainboard-Handbuch nach, welche Slots für den Dual-Channel-Betrieb vorgesehen sind, meistens Slot 2 und 4. Öffne die Halteclips, richte den Riegel an der Kerbe aus und drück ihn gleichmäßig nach unten, bis beide Clips hörbar einrasten. Sitzt der RAM nicht fest, funktioniert der PC nicht.
Schritt 4: Mainboard ins Gehäuse
Prüf zuerst, ob die Abstandshalter (Standoffs) im Gehäuse an den richtigen Positionen für dein Mainboard-Format sitzen. Setz dann die I/O-Blende von innen in die Gehäuseöffnung ein. Leg das Mainboard ein, richte die Schraubenlöcher aus und zieh die Schrauben handfest an, nicht mit maximaler Kraft, da das Board sonst verbiegen kann.
Schritt 5: GPU, Netzteil, Speicher und Kabelmanagement
Steck die GPU in den obersten PCIe-x16-Slot und sichere sie mit der Schraube. Bau das Netzteil ein und verlege die Kabel direkt sauber hinter den Gehäusewänden. Verbinde alle Stecker laut Handbuch: 24-Pin-ATX, CPU-Power, GPU-Stromkabel und SATA- oder M.2-SSD. Sauberes Kabelmanagement von Anfang an verbessert den Airflow spürbar.
Für weitere Hardware-Tipps rund um PC-Komponenten lohnt sich ein Blick in den Computer-Bereich von Geeks and Games.
Erster Start und BIOS-Grundkonfiguration
Bevor du alles ins Gehäuse schraubst, lohnt sich ein schneller Bench-Test: Lege Mainboard, CPU, RAM und GPU einfach auf der Mainboard-Schachtel ab, schließe Netzteil und Monitor an und starte kurz. So siehst du sofort, ob alle Kernkomponenten funktionieren, ohne später alles wieder ausbauen zu müssen.
Schritt 1: Ins BIOS wechseln
Beim ersten Einschalten drückst du je nach Mainboard-Hersteller Entf, F2 oder F12, um ins BIOS zu gelangen. Dort stellst du zuerst Datum und Uhrzeit ein und prüfst die Bootreihenfolge. Dein Installationsmedium (USB-Stick) muss als erstes Boot-Gerät eingetragen sein.
Schritt 2: XMP oder EXPO aktivieren
Ohne diese Einstellung läuft dein RAM nur mit dem Standard-Grundtakt, oft 2.133 oder 3.200 MHz, egal was auf der Verpackung steht. Im BIOS findest du das Profil unter “AI Overclock Tuner”, “XMP” oder “EXPO”, je nach Hersteller. Einen Klick, Profil auswählen, speichern. Mehr Details zur optimalen Hardware-Abstimmung mit RAM-XMP/EXPO und weiteren Performance-Einstellungen findest du in unserem separaten Guide.
Schritt 3: Betriebssystem installieren
Erstelle einen bootfähigen USB-Stick mit dem offiziellen Microsoft Media Creation Tool (Windows 11) oder dem gewünschten Linux-Installer. Stecke den Stick ein, starte neu und folge dem Installationsassistenten. Wähle Region: Belgien und Sprache: Deutsch, damit Tastaturlayout und Systemeinstellungen von Anfang an passen.
Schritt 4: Treiber in der richtigen Reihenfolge
Die Reihenfolge ist wichtig:
- Chipsatz-Treiber zuerst, direkt von der Mainboard-Hersteller-Website oder der beiliegenden DVD
- GPU-Treiber danach: NVIDIA GeForce Experience oder AMD Adrenalin, je nach Grafikkarte
- Restliche Hardware: Audio, LAN, WLAN und weitere Peripherie
Wer Treiber in falscher Reihenfolge installiert, riskiert Konflikte, die sich später als schwer erklärbare Fehler zeigen. Lade immer die aktuellste Version direkt vom Hersteller herunter, nicht von Drittanbieter-Seiten.
Häufige Fehler und wie du sie behebst
Selbst erfahrene Builders stoßen beim ersten Mal auf kleine Tücken. Hier sind die häufigsten Probleme und ihre Lösungen auf einen Blick.
PC startet nicht
Bevor du in Panik verfällst, prüfe diese drei Punkte der Reihe nach:
- 24-Pin-Stromstecker am Mainboard nicht vollständig eingerastet? Drücken, bis er hörbar klickt.
- CPU-Power-Kabel (4- oder 8-Pin, oben links auf dem Mainboard) vergessen? Ohne dieses Kabel passiert gar nichts.
- RAM nicht richtig eingesetzt? Die Riegel müssen auf beiden Seiten einschnappen. Nochmals fest durchdrücken.
Kein Bild auf dem Monitor
Fast immer einer von zwei Fehlern: Der Monitor hängt am HDMI-Ausgang des Mainboards statt an der GPU, oder die GPU-Treiber sind noch nicht installiert. Steck das Kabel immer in die Grafikarte, nicht ins Board.
System läuft, aber ungewöhnlich laut oder heiß
Der Kühler sitzt nicht korrekt auf der CPU, die Wärmeleitpaste fehlt, oder der Lüfteranschluss steckt am falschen Header. Öffne das Gehäuse, prüfe den Sitz des Kühlers und kontrolliere, ob der Lüfter sich überhaupt dreht.
Bluescreens nach der Installation
BSODs entstehen häufig, weil das XMP/EXPO-Profil im BIOS nicht aktiviert wurde und der RAM deshalb instabil läuft. Aktiviere das Profil und starte neu. Treten die Abstürze weiter auf, hilft Memtest86: Das kostenlose Tool startet von einem USB-Stick und testet den Arbeitsspeicher auf Fehler. Meldet es Probleme, ist der Riegel entweder defekt oder zu aggressiv übertaktet.
Wo du schnelle Hilfe bekommst
Die Reddit-Community r/buildapc beantwortet Einsteigerfragen rund um die Uhr, deutschsprachige PC-Foren wie Hardwareluxx bieten ebenfalls aktive Hilfe. Und für alles rund um Monitor-Einstellungen, Treiber und Display-Probleme findest du auf Geeks and Games weiterführende Antworten, zum Beispiel in den Häufig gestellten Fragen zur Hertz-Einstellung unter Windows 11.
Kaufen in Belgien: Händler, Garantie und Rückgabe
Sobald dein Build läuft, lohnt es sich, auch die Einkaufsseite zu verstehen, falls eine Komponente doch mal Probleme macht.
Händler in Belgien im Überblick
Für deutschsprachige Käufer in Belgien sind vier Shops besonders relevant:
- Alternate.be: Starke Komponentenauswahl, oft günstigere Preise, schnelle Lieferung. Besonders beliebt bei erfahrenen Selfbuildern.
- Coolblue.be: Sehr guter Kundenservice, klare Rückgabeprozesse und Abholung in Filialen möglich. Preise liegen etwas höher.
- MediaMarkt.be: Praktisch für Sofortkäufer, da physische Filialen vorhanden. Auswahl an spezifischen PC-Komponenten ist jedoch begrenzter.
- Azerty.be: Spezialisiert auf PC-Hardware, gut sortiert, mit kompetenter Beratung für Einsteiger.
Tipp: Kauf möglichst alle Komponenten beim gleichen Händler. Bei einem Defekt hast du dann nur einen Ansprechpartner statt mehrere, was Reklamationen deutlich einfacher macht.
Deine Rechte: Gewährleistung vs. Garantie
Als Käufer in Belgien profitierst du von der EU-weiten gesetzlichen Gewährleistung von mindestens zwei Jahren ab Erhalt der Ware. Das gilt für jede Komponente, auch nach dem Einbau.
Wichtig: In den ersten 12 Monaten muss der Händler beweisen, dass die Ware beim Kauf fehlerfrei war. Danach liegt die Beweislast bei dir. Wende dich bei Defekten immer zuerst an den Händler, nicht an den Hersteller.
Die Herstellergarantie ist davon getrennt. Sie ist freiwillig und wird zusätzlich angeboten, oft mit längerer Laufzeit oder Vor-Ort-Service. Sie schränkt aber deine gesetzlichen Rechte gegenüber dem Händler nicht ein. Du kannst frei wählen, welchen Weg du gehst.
Günstiger einkaufen mit Preisalarm-Tools
Bevor du bestellst, lohnt sich ein Blick auf Tweakers.net oder Idealo.be. Beide Plattformen zeigen Preisverläufe und erlauben es, Preisalarme für bestimmte Komponenten einzurichten. So kannst du bei einem Sale nochmals 10 bis 15 Prozent sparen, ohne aktiv suchen zu müssen.
Fazit: Dein erster selbst gebauter Gaming-PC
Sobald dein Rechner läuft und der richtige Händler ausgewählt ist, hast du den letzten praktischen Schritt hinter dir. Zeit für ein kurzes Resümee.
Der Prozess lässt sich auf fünf Kernphasen herunterbrechen: planen, Kompatibilität prüfen, Werkzeug bereitlegen, montieren, konfigurieren. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet die häufigsten Anfängerfehler und landet zuverlässig bei einem funktionierenden System.
Und ja, auch ohne jede Vorkenntnisse ist das schaffbar. Millionen von Gamern haben ihren ersten PC-Build genau so angegangen wie du jetzt: mit einer Anleitung, etwas Geduld und dem Mut, einfach anzufangen. Die Hardware ist robuster als ihr Ruf.
Was jetzt noch kommt
Nach dem Erststart lohnt es sich, die Leistung direkt zu messen. Installiere 3DMark für den GPU-Stresstest und Cinebench für die CPU-Bewertung. So siehst du sofort, ob dein Build das Potenzial ausschöpft, das du auf dem Papier geplant hast.
Richte außerdem HWiNFO64 ein. Das kostenlose Tool zeigt Temperaturen, Taktraten und Auslastung in Echtzeit. Besonders beim Erstbau gibt dir das die Sicherheit, dass Kühler und Lüfter korrekt arbeiten.
Weiterlernen auf Geeks and Games
Dein Gaming-PC ist jetzt das Fundament. Was danach kommt, macht das Erlebnis komplett. Auf Geeks and Games findest du Artikel zu den besten Gaming-Peripheriegeräten, zu optimalen Windows-Einstellungen für Gaming und zu aktuellen GPU-Vergleichen, damit du beim nächsten Upgrade gezielt entscheiden kannst.
Deine Erfahrung zählt
Zum Abschluss eine Frage an euch: Welche Komponenten habt ihr für euren Build gewählt? Seid ihr beim Einsteiger-Budget geblieben oder habt ihr direkt zur Mittelklasse gegriffen? Und gab es einen Moment beim Zusammenbauen, der euch überrascht hat?
Schreibt es in die Kommentare. Fragen sind genauso willkommen wie fertige Build-Listen. Hier liest eine Community, die gerne hilft.
