Ein Junge und sein Atom: IBMs Meisterwerk der Nanotechnologie
Wie klein können die kleinsten Film-Figuren der Welt sein? Diese Frage hat IBM nun eindrucksvoll beantwortet und präsentiert seinen neuen Werbefilm „Ein Junge und sein Atom“. Der Clou an dem Film besteht darin, dass alle Szenen des knapp 1:32 langen Kurzfilms aus einer Handvoll Atomen bestehen, die auf das Tausendfache vergrößert wurden. Dieser kleinste Film der Welt zeigt eindrucksvoll, was mit moderner Technik möglich ist.
Zur Story: Ein Atom auf Wanderschaft
In „Ein Junge und sein Atom“ geht es um ein kleines Atom, das aus seinem Molekül ausbricht und auf Wanderschaft geht. Es trifft einen Jungen, der mit ihm spielt. Sie tanzen zusammen, spielen Ball und das Atom kann sich sogar in ein Trampolin verwandeln, auf dem der Junge springen kann. Zum Schluss entlässt der Junge das kleine Atom dann in den Himmel, wo es zusammen mit anderen Atomen den Schriftzug „Think IBM“ bildet. Ein faszinierendes Schauspiel, das an die Entwicklung von Spezialeffekten in großen Hollywood-Produktionen erinnert, nur eben auf mikroskopischer Ebene.
Großer Aufwand für den kleinsten Film der Welt
Auch wenn der Film sehr einfach aussieht, steckt eine Menge Arbeit hinter dem Kurzfilm von IBM. Denn um die einzelnen Atome nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie auch für die Szenen entsprechend anzuordnen, war ein spezielles Tunnel-Mikroskop notwendig. Dieses Mikroskop besaß nicht nur eine Kamera, sondern auch eine kleine Nadel, an deren Spitze ein atomgroßer Magnet montiert war.
Mit dieser Nadel war es möglich, an die zu bewegenden Atome heranzuzoomen und sie einzeln zu verschieben. Mithilfe der Stop-Motion-Technik wurden dann die einzelnen Frames des Kurzfilms erstellt und abfotografiert, bevor man ein neues Bild erzeugte. Hintereinander abgespielt ergaben die einzelnen Frames dann den fertigen Film und ließen die Atome buchstäblich tanzen. Wer sich für solche technischen Meisterleistungen interessiert, sollte auch einen Blick auf die spannendsten Erfindungen seit 2020 werfen.
Hintergrund des Films: Die Zukunft der Datenspeicher
Mit „Der Junge und sein Atom“ will IBM natürlich nicht nach Hollywood und ins große Filmgeschäft einsteigen. Vielmehr möchte das Unternehmen die Möglichkeiten aufzeigen, die sich durch die Anordnung von Atomen eröffnen. Momentan erforscht IBM, ob kleine Atomstrukturen das Potenzial für künftige Minispeicher haben.
Unter anderem könnten die Datenträger in Computern und Smartphones künftig durch das Strukturieren von Atomen erheblich verkleinert werden und gleichzeitig die Speichergröße erhöhen. Ähnlich wie beim Cloud Computing geht es darum, Daten effizienter zu verwalten. Bis solche Datenträger aber realisierbar sind, gönnt sich IBM das kleine Vergnügen und beweist das schauspielerische Talent der wohl kleinsten Film-Figuren der Welt.