Neue Grafikkarte kaufen klingt einfach, bis du das erste Mal auf eine Vergleichsseite klickst und plötzlich zwischen einem Dutzend Modellen stehst, die sich in Preis und Leistung kaum zu unterscheiden scheinen. RTX oder RX? 8 GB oder 16 GB VRAM? Und reicht die alte CPU überhaupt noch?
Die gute Nachricht: Ein solider Grafikkarten Vergleich muss nicht kompliziert sein, wenn du weißt, welche drei Variablen wirklich zählen. Dein Monitor, deine CPU und die Spiele, die du spielst, bestimmen nämlich viel mehr als die reine GPU-Hierarchie. Wer diese drei Faktoren ignoriert, kauft entweder zu viel Leistung für Geld, das er nicht ausgeben muss, oder zu wenig und ärgert sich nach dem ersten Spielstart.
In diesem Artikel bekommst du eine Budget-gestaffelte Entscheidungsmatrix, kein Pauschalurteil. Du erfährst, welche GPU-Klasse zu welchem Monitor und Budget passt, wie RTX 5000 und RX 9000 im direkten Vergleich abschneiden, wann ein reines GPU-Upgrade reicht und wann ein Neubau sinnvoller ist. Los geht’s.
Drei Variablen entscheiden, welche Grafikkarte zu dir passt
Viele Käufer schauen zuerst auf das GPU-Ranking und greifen dann zur schnellsten Karte, die das Budget zulässt. Das klingt logisch, führt aber erstaunlich oft zu Fehlinvestitionen. Eine RTX 5080 in einem System mit 1080p-Monitor bei 60 Hz ist wie ein Sportwagen auf einem Parkplatz: Die Leistung ist vorhanden, aber nirgendwo hinzufahren. Drei Variablen bestimmen, welche GPU-Klasse tatsächlich sinnvoll ist.
Variable 1: Monitor-Auflösung und Bildwiederholrate
Dein Monitor definiert das Leistungsziel, nicht dein Wunschzettel. Ein 1080p-Display bei 144 Hz braucht eine andere GPU als ein 1440p-Panel bei 165 Hz oder ein 4K-Monitor bei 60 Hz. Der Unterschied ist nicht graduell, sondern fundamental: Die Pixelmenge verdoppelt sich zwischen 1080p und 1440p fast, und 4K vervierfacht die Last gegenüber 1080p. Eine Karte, die bei 1080p/144 Hz überdimensioniert wirkt, kann bei 4K/60 Hz der limitierende Faktor sein. Schritt 2: GPU zuerst, danach alles andere beschreibt, warum die GPU das Fundament jedes Builds bildet und nicht nachträglich eingepasst werden sollte.
Variable 2: CPU-Plattform und Bottleneck-Risiko
Eine neue GPU entfaltet ihre Leistung nur, wenn die CPU mithalten kann. Der Ryzen 7 9800X3D mit seinem 3D-V-Cache liefert mehr Gaming-Durchsatz als ältere Prozessoren, was bei High-End-GPUs wie einer RTX 5070 oder höher den Unterschied zwischen vollem Potenzial und einem CPU-Bottleneck ausmachen kann. Systeme mit einigen Jahre alten Plattformen können oft ein GPU-Upgrade ohne CPU-Tausch stemmen, aber nur wenn die CPU selbst keine schwache Stelle war.
Variable 3: Spieltyp und Upscaling-Ökosystem
Competitive-Shooter wie CS2 oder Valorant priorisieren hohe Frameraten und belasten die CPU stärker als die GPU. Grafisch aufwendige Open-World-Titel wie Cyberpunk 2077 kehren das Verhältnis um. Dazu kommt die Frage, ob deine Spielbibliothek DLSS 5 von NVIDIA oder AMDs FSR stärker unterstützt, denn das beeinflusst, welche Plattform mehr praktischen Nutzen bringt.
Wer diese drei Variablen vor dem Kauf klärt, vermeidet sowohl überdimensionierte Karten, die Geld verbrennen, als auch zu schwache Karten, die den Monitor oder die Spielszene zum Flaschenhals machen.
Die Budget-Matrix: Welche GPU-Klasse für welches Budget?
Jetzt wird es konkret: Mit den drei Variablen im Kopf lässt sich fast jedes Budget einer sinnvollen GPU-Klasse zuordnen.
Unter €300: Einstieg für entspanntes Full-HD-Gaming
Karten wie die RX 9600 oder RTX 5060 decken 1080p bei 60 bis 100 Hz solide ab. Casual-Gamer, Indie-Titel und ältere AAA-Games laufen damit flüssig, ohne dass du tief in die Tasche greifen musst. Wer keinen Highspeed-Monitor besitzt und hauptsächlich narrative Spiele oder Multiplayer-Klassiker spielt, kauft hier genau das, was er braucht, und zahlt für nichts weiter.
€300–€500: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die meisten Gamer
Dieses Segment ist im Grafikkarten-Vergleich 2026 am stärksten umkämpft, was Käufern zugutekommt. RTX 5060 Ti und RX 9700 treffen 1080p bei 144 Hz zuverlässig und liefern solides 1440p bei 60 Hz. Für die Mehrheit der Gamer ist das der Sweet Spot: genug Leistung für aktuelle AAA-Titel, ohne Geld für Auflösungen auszugeben, die der Monitor gar nicht darstellt.
€500–€800: Upper-Mid-Range für 1440p und ersten 4K-Kontakt
RTX 5070 und RX 9800 XT spielen hier auf Augenhöhe und ermöglichen flüssiges 1440p bei 165 Hz sowie 4K-Gaming mit Upscaling-Unterstützung. Wer einen kompletten Gaming-PC für rund €2.500 plant, landet den GPU-Anteil ideal in diesem Bereich: Die Karte entfaltet ihr volles Potenzial, ohne dass CPU oder Monitor zum Flaschenhals werden.
€800 und mehr: High-End nur mit passendem Drumherum
RTX 5080 und RX 9900 XTX bedienen natives 4K bei 120 Hz oder 1440p mit voll aufgedrehtem Raytracing. Das Problem: Ohne einen Monitor mit HDMI 2.1 oder DisplayPort 2.1 und einer entsprechend starken CPU bleibt ein erheblicher Teil dieser Leistung ungenutzt. Die Investition lohnt sich ausschließlich, wenn das gesamte System auf dieses Ziel ausgerichtet ist.
Die wichtigste Kaufregel
Wer keinen 4K-Monitor besitzt und auch keinen plant, sollte selten mehr als €600 für eine GPU ausgeben. Oberhalb dieser Grenze kaufst du Leistungsreserven, die dein Display schlicht nicht abrufen kann. Das Geld ist in einem schnelleren Monitor oder mehr RAM deutlich besser angelegt. Im nächsten Abschnitt siehst du, was das für konkrete Monitor-Setups bedeutet.
Monitor-GPU-Pairing: Welche Grafikkarte zu welchem Display passt
Die Budget-Tiers geben dir die Preisgrenze, aber dein Monitor bestimmt, welche Grenze wirklich relevant ist. Hier siehst du, was das konkret bedeutet.
1080p bei 144 Hz oder mehr
Eine GPU zwischen €300 und €500 ist hier der Sweet Spot. Karten in dieser Klasse liefern bei den meisten AAA-Titeln konstant über 144 FPS, wenn die Einstellungen stimmen. Mehr Budget kauft dir Frames, die dein Display schlicht nicht zeigen kann.
1440p bei 165 Hz
Hier beginnt der Mehrwert des Upper-Mid-Range-Segments von €500 bis €700 spürbar zu werden. Bei dieser Auflösung reichen die Pixel aus, um Bildqualität sichtbar zu differenzieren, und die Hertz-Anforderungen steigen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel mit Upscaling: DLSS 5 und FSR können bei 1440p die Framerate deutlich anheben, ohne dass du sichtbaren Qualitätsverlust akzeptieren musst. Das bedeutet, du bekommst mit einer €600-Karte und aktivem Upscaling oft dasselbe Spielgefühl wie mit einer €800-Karte ohne es.
4K bei 60 Hz
Dieses Szenario ist zugänglicher als viele denken. Eine RTX 5070 oder RX 9800 XT im Bereich von €600 bis €800 schafft in den meisten aktuellen Titeln stabile 60 FPS bei 4K, sobald DLSS 5 oder FSR aktiviert sind. Wer dagegen natives 4K ohne jedes Upscaling anstrebt, braucht eine High-End-Karte ab €800 aufwärts. Der Aufpreis für „native 4K” ist erheblich; für die meisten Spieler ist Upscaling-4K der wirtschaftlich sinnvollere Einstieg.
4K bei 120 Hz oder mehr
Nur RTX 5080, RX 9900 XTX oder höher liefern hier konsistente Ergebnisse. Wichtig: Dieser Anwendungsfall setzt einen Monitor mit HDMI 2.1 oder DisplayPort 2.1 voraus, da ältere Anschlüsse die Bandbreite für 4K bei hohen Bildraten nicht transportieren. Wer das High-End-Budget rechtfertigen will, braucht also zwingend das passende Display dazu. Welche Konfigurationen zu welchem Gamer passen erklärt, worauf du bei der Monitorwahl achten solltest.
Schnellübersicht: Monitor-GPU-Pairing
| Auflösung und Ziel-Hz | Empfohlenes GPU-Budget |
|---|---|
| 1080p / 144 Hz | €300 bis €500 |
| 1440p / 165 Hz | €500 bis €700 |
| 4K / 60 Hz | €600 bis €800 |
| 4K / 120 Hz oder mehr | €800 und aufwärts |
RTX gegen RX im direkten Grafikkarten-Vergleich: DLSS 5, FSR und das Ökosystem
Sobald du weißt, welche Auflösung dein Monitor hat, stellt sich die nächste Frage: RTX oder RX, und warum eigentlich?
DLSS 5 vs. FSR 4: Der technische Unterschied in der Praxis
DLSS 5 (NVIDIA) setzt auf KI-basiertes Frame Generation direkt auf der Hardware. In unterstützten Titeln liefert das messbar höhere Frameraten bei gleichzeitig weniger visuellen Artefakten als ältere Upscaling-Methoden. Ein ComputerBase-Blind-Test zeigte, dass Nutzer DLSS 4.5 in allen sechs getesteten Spielen gegenüber FSR und sogar nativem Rendering bevorzugten.
FSR 4 (AMD) geht einen anderen Weg: AMD bewirbt FSR 4 als hardwareunabhängig, sodass es auch auf älteren Karten funktionieren soll – prüfe die Kompatibilität für deine spezifische GPU auf AMDs Website. Das ist ein echter Vorteil für Spieler mit gemischten Setups. Der Kompromiss: Bei aggressiven Upscaling-Faktoren bleibt die Bildqualität hinter DLSS zurück, besonders in schnellen Szenen mit viel Bewegungsunschärfe. Mehr zur technischen Funktionsweise von KI-Upscaling erklärt unser Artikel zu KI in Grafikkarten: DLSS, FSR und KI-Denoising.
Spielkompatibilität und Ökosystem
NVIDIA-Karten sind in einer Vielzahl aktueller AAA-Titel DLSS-optimiert. Wer viel aktuelle Blockbuster spielt, profitiert öfter von diesem Vorteil. Beobachter sehen AMD bei Open-World-Engines auf DirectX-12-Ultimate-Basis punktuell aufholen und gelegentlich bessere Rasterisierungs-Performance pro Euro bieten.
Bei der Treiberstabilität hat NVIDIA mit der GeForce Experience und der neuen NVIDIA App eine ausgereifte Lösung. AMDs Adrenalin-Software hat in den letzten Jahren spürbar aufgeholt. Wie bei jedem neuen GPU-Launch empfiehlt es sich, vor dem Kauf aktuelle Treiberreviews zu prüfen.
Intel Arc als Wildcard unter €300
Wer kein starkes Ökosystem-Commitment mitbringt, sollte Intel Arc nicht ignorieren. Die Arc B580 positioniert sich unter €300 mit XeSS-Upscaling als Einstiegsoption, besonders für Full-HD-Gaming ohne Anspruch auf CUDA oder DLSS.
Die Kurzformel für die Kaufentscheidung
NVIDIA lohnt sich, wenn du Creator-Software wie DaVinci Resolve oder Premiere nutzt, das CUDA-Ökosystem brauchst oder in einer DLSS-optierten Spielbibliothek unterwegs bist. AMD lohnt sich, wenn du rein spielst und Preis-Leistung im RX-9000-Segment priorisierst, wo die Einstiegspunkte oft günstiger liegen.
CPU-Kompatibilität: Wann bremst der Prozessor deine neue Grafikkarte aus?
Die Wahl zwischen RTX und RX ist aber nur die halbe Gleichung. Selbst die beste Grafikkarte kann nicht mehr Leistung liefern, als die CPU ihr erlaubt.
Die Bottleneck-Grundregel
Eine GPU wartet auf die CPU, um Draw Calls zu verarbeiten und die Spiellogik zu berechnen. Bei grafisch anspruchsvollen AAA-Titeln in 1440p oder 4K ist die GPU meist der limitierende Faktor, wie es sein soll. Anders sieht es bei kompetitiven Spielen wie CS2 oder Valorant aus: Wer auf 240 fps oder mehr zielt, stößt oft an die CPU-Grenze, bevor die GPU ausgelastet ist. Hier hilft eine teurere Grafikkarte wenig, wenn der Prozessor die Frames nicht schnell genug vorbereitet.
Konkrete Paarungen im Vergleich
Ein Ryzen 7 5800X3D kombiniert mit einer RTX 5070 bleibt 2026 eine solide Wahl für 1440p-Gaming. Der 3D-V-Cache des 5800X3D reduziert die CPU-seitige Latenz deutlich und gibt der GPU genug Spielraum. Ein Ryzen 5 5600 mit derselben RTX 5070 hingegen kann die Karte bei hohen Frameraten ausbremsen, weil der Prozessor nicht schnell genug nachliefert.
Für technische Erwartungen und aktuelle Hardware-Tipps lohnt sich ein Blick auf die Spieltitel, die du tatsächlich spielst, bevor du die Kombination festlegst.
Wann ein reines GPU-Upgrade ausreicht
Systeme mit einem starken Gaming-Prozessor wie dem Ryzen 5800X3D oder dem Intel Core i7-12700K können in der Regel problemlos eine GPU-Klasse höher springen. Ein CPU-Tausch ist dabei meist nicht nötig, sofern kein PCIe-Flaschenhals besteht.
PCIe 3.0 vs. 4.0
Ältere Plattformen mit PCIe 3.0 können High-End-Karten der RTX-5000- oder RX-9000-Serie geringfügig limitieren. In den meisten Spielszenarien ist der Effekt vernachlässigbar. Bei datenintensiven Titeln mit hohem VRAM-Bedarf kann die geringere Bandbreite jedoch spürbar werden.
Empfehlung für den Neubau
Wer einen kompletten Gaming-PC für rund 2.500 Euro plant und dabei auf einen Ryzen 7 9800X3D setzt, sollte einen angemessenen Anteil des Budgets für die GPU einplanen. Eine zu schwache Grafikkarte würde den leistungsstarken Prozessor unterfordern und den Mehrwert des CPUs verpuffen lassen.
Netzteil-Empfehlungen: Wie viel Watt braucht welche GPU-Klasse?
Sobald die richtige CPU-GPU-Kombination feststeht, kommt die nächste Stolperfalle: ein Netzteil, das für die neue Grafikkarte nicht ausreicht.
Einstiegsklasse (unter €300): RTX 5060, RX 9600 Als Faustregel gilt: rund 550 W mit 80-Plus-Gold-Zertifizierung sind hier vollkommen ausreichend – prüfe die offiziellen TDP-Angaben deines GPU-Herstellers vor dem Kauf. Diese Karten bewegen sich in einem moderaten TDP-Bereich, und ein teures High-Watt-Netzteil wäre reine Geldverschwendung.
Mid-Range (€300–€500): RTX 5060 Ti, RX 9700 Als Faustregel gilt hier ein Richtwert von rund 650 bis 750 W – prüfe die offiziellen TDP-Angaben deines GPU-Herstellers vor dem Kauf. Wer einen energiehungrigen Prozessor wie einen Ryzen 9 oder Core i9 verbaut hat, mehrere NVMe-SSDs betreibt und vielleicht noch RGB-Komponenten nutzt, sollte eher zur höheren Variante greifen. Die Systemlast summiert sich schneller als viele denken.
Upper-Mid-Range (€500–€800): RTX 5070, RX 9800 XT Als Faustregel gilt ein Richtwert von rund 750 bis 850 W – prüfe die offiziellen TDP-Angaben deines GPU-Herstellers vor dem Kauf. Die RTX-5070-Klasse arbeitet laut Hersteller effizienter als ihr Vorgänger RTX 4070, was den PSU-Bedarf moderat halten soll – prüfe die offiziellen Spezifikationen. Ein Netzteil der Gold- oder Platinum-Klasse deckt diese GPU-Klasse auch in vollausgebauten Systemen zuverlässig ab.
High-End (€800+): RTX 5080, RX 9900 XTX Als Faustregel gilt hier ein Richtwert von mindestens 1.000 W für stabile Spitzenlasten – prüfe die offiziellen TDP-Angaben deines GPU-Herstellers vor dem Kauf. Wer hier an einem günstigen No-Name-Netzteil spart, riskiert Systemabstürze oder Instabilität unter Last. Qualitätszertifizierungen wie 80-Plus-Platinum oder Gold sind bei dieser Leistungsklasse keine Kür, sondern Pflicht. Ein Netzteil ohne verlässliche Zertifizierung kann im schlechtesten Fall die Karte oder andere Komponenten beschädigen.
Die wichtigste Faustregel
Plane immer 20 bis 25 % Puffer über der maximalen Systemlast ein. Wer sein System auf 700 W Last hochrechnet, sollte kein 700-W-Netzteil kaufen, sondern mindestens 850 W. Ein zu knapp dimensioniertes Netzteil ist einer der häufigsten und gleichzeitig am leichtesten vermeidbaren Fehler beim GPU-Upgrade. Ähnlich wie bei der kurzen Kaufempfehlung zu Ladegeräten gilt auch hier: zu wenig Watt einzuplanen kostet letztlich mehr, als von Anfang an die richtige Größe zu wählen.
GPU-Upgrade oder Komplett-Neubau: Was lohnt sich wann?

Sobald das Netzteil gecheckt ist, stellt sich die eigentliche strategische Frage: Reicht ein GPU-Tausch, oder muss das ganze System neu?
GPU-Upgrade: Diese Voraussetzungen müssen stimmen
Ein reines GPU-Upgrade lohnt sich, wenn die CPU-Plattform noch konkurrenzfähig bleibt, das Mainboard PCIe 4.0 unterstützt, der verbaute RAM bei mindestens 16 GB DDR4 oder DDR5 liegt und das Netzteil genug Reserve für die neue Karte hat. Sind alle vier Punkte grün, fallen keine Plattformkosten an.
Komplett-Neubau: Wann rechnet er sich?
Summieren sich mit der Zeit mehrere Schwachstellen, frisst ein CPU-Bottleneck den Leistungsgewinn der neuen GPU direkt auf. Langsamer DDR4-RAM unter 3.200 MHz verstärkt das Problem. Besonders kritisch: Plattformen ohne Upgrade-Pfad wie Intel LGA1200 mit einem Core i5-10400 bieten keinen Weg zu einem besseren Prozessor. Hier ist ein Neubau günstiger als das Flickwerk aus neuer GPU plus weiterhin limitierender Hardware.
Upgrade-Szenario: Ryzen 5800X3D + RTX 3080
Ein typisches Upgrade-Szenario: Wer einen Ryzen 5800X3D mit einer RTX 3080 betreibt und auf eine RTX 5070 wechseln möchte, dürfte auf kaum CPU-seitige Einschränkungen stoßen – der 3D-V-Cache-Prozessor bleibt noch 2 bis 3 Jahre konkurrenzfähig für 1440p-Gaming, und das Upgrade erzeugt null Plattformkosten. Genau das ist der Idealfall für ein GPU-only-Upgrade.
Gebrauchtmarkt als Brückenlösung
Wer kein Budget für eine neue RTX-5000- oder RX-9000-Karte hat, findet 2026 im Gebrauchtmarkt gute Optionen. RTX-3000- und RX-6000-Karten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren, was gebrauchte Modelle zu attraktiven Zwischenlösungen macht. Eine gebrauchte RTX 3080 oder RX 6800 XT kann als Zwischenlösung sinnvoll sein, solange die Plattform noch trägt. Für wen lohnt sich das Upgrade wirklich ist eine Frage, die sich generationenübergreifend stellt, ob bei Konsolen oder PC-Hardware.
Entscheidungsbaum in zwei Schritten
Ist deine CPU jünger als 3 Jahre und das Board unterstützt PCIe 4.0?
- Ja: GPU-Upgrade prüfen, Plattformkosten entfallen.
- Nein: Gesamtkostenrechnung für Neubau aufstellen. Oft ist der Preisunterschied kleiner als erwartet.
Grafikkarten-Ranking 2026: Die besten Karten je Preissegment im Überblick
Sobald du weißt, ob sich ein Upgrade lohnt, stellt sich die nächste Frage: Welche Karte kaufst du konkret? Hier ist eine kompakte Übersicht nach Preissegment.
Unter €300: Solides Full-HD-Gaming ohne Aufpreis
Intel Arc B580 und RX 9600 sind 2026 die überzeugendsten Argumente in dieser Klasse. Die Arc B580 bringt XeSS-Upscaling mit und ist besonders interessant, wenn du noch keine Bindung an ein GPU-Ökosystem hast. Die RX 9600 liefert zuverlässige 1080p-Performance in aktuellen Titeln. Wer ausschließlich Full-HD bei 60 bis 100 Hz spielt, braucht hier nicht mehr auszugeben.
€300 bis €500: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Grafikkarten-Ranking
RTX 5060 Ti und RX 9700 sind 2026 die meistempfohlenen Karten für Mainstream-Gamer. Leistung, Effizienz und Preis treffen sich in diesem Segment am günstigsten. Beide Karten bedienen 1080p bei 144 Hz problemlos und liefern solides 1440p-Gaming. Dieses Segment ist das härteste Schlachtfeld zwischen NVIDIA und AMD.
€500 bis €800: Augenhöhe mit unterschiedlichen Stärken
RTX 5070 und RX 9800 XT konkurrieren direkt miteinander. NVIDIA hat den Vorteil bei DLSS 5, das in mehr Titeln aktiv unterstützt wird. AMD punktet mit teils günstigeren Straßenpreisen bei vergleichbarer nativer Rasterisierungsleistung. Für einen 1440p-Monitor mit 165 Hz ist beides eine starke Wahl; die Entscheidung hängt von deiner Spielbibliothek ab.
€800 und mehr: High-End mit klaren Profilen
Die RTX 5080 überzeugt mit KI-Upscaling-Features und Raytracing-Leistung. Die RX 9900 XTX liefert starke native Rasterisierungsleistung, hat aber ein kleineres Software-Ökosystem. Ohne 4K-Monitor mit mindestens 120 Hz verpufft das Budget in diesem Segment.
Wichtig: Rankings als Ausgangspunkt, nicht als Entscheidung
Performance-Rankings zeigen die reine Leistungshierarchie. Für deine persönliche Kaufentscheidung muss diese Liste immer durch drei Filter laufen: deine Auflösung, dein Budget und deine Spielbibliothek. Ähnlich funktioniert übrigens der Kaufprozess bei anderen Gaming-Geräten: Auch bei den besten Gaming-Handys nach Preissegment entscheidet nicht das Spitzenmodell, sondern der passende Fit zu deinem Nutzungsprofil.
Fazit: So triffst du die richtige Entscheidung beim Grafikkarten-Kauf
Das Ranking zeigt dir die Leistungshierarchie. Was es dir nicht sagt: welche Karte zu deinem konkreten Setup passt. Das ist die eigentliche Entscheidung.
Checkliste vor dem Kauf
Bevor du eine Karte in den Warenkorb legst, klär diese vier Punkte:
- Monitor-Auflösung und Bildwiederholrate notieren. Dein Display definiert das Leistungsziel.
- CPU-Plattform und PCIe-Generation prüfen. PCIe 3.0 kann High-End-GPUs bei VRAM-intensiven Titeln leicht ausbremsen.
- Netzteil-Kapazität checken. Mid-Range braucht als Richtwert 650 bis 750 W, High-End mindestens 1.000 W mit Qualitätszertifizierung – prüfe jeweils die offiziellen TDP-Angaben.
- Spielbibliothek scannen. Viele DLSS-5-optimierte Titel sprechen für NVIDIA; überwiegend AMD-optimierte oder ältere Engines sprechen für RX.
Budget-Kurzformel
| Monitor-Ziel | Sinnvolles GPU-Budget |
|---|---|
| 1080p / 144 Hz | bis €450 |
| 1440p / 165 Hz | €500 bis €700 |
| 4K | ab €700 |
RTX oder RX: Kommt darauf an
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wie oben beschrieben lohnt sich NVIDIA vor allem bei DLSS-lastiger Spielbibliothek oder Creator-Workflows, AMD im Mid-Range-Segment für reines Gaming. Welche Plattform besser zu dir passt, hängt letztlich von deinen konkreten Titeln ab.
Upgrade oder Neubau
Wer über ein reines GPU-Upgrade nachdenkt, sollte zunächst CPU-Plattform und PCIe-Generation prüfen, wie im entsprechenden Abschnitt beschrieben. Stimmen diese Voraussetzungen, entfallen Plattformkosten und der Leistungssprung ist sofort spürbar. Ist der Prozessor bereits ein Flaschenhals, lohnt sich die Gesamtkostenrechnung für einen Neubau.
Geeksandgames.de-Tipp zum Kaufzeitpunkt
GPU-Preise schwanken je nach Angebotslage. Ein Blick auf Preisverläufe bei Geizhals oder Idealo lohnt sich vor dem Kauf, um den richtigen Moment nicht zu verpassen.
