Kurz-Antwort
Die Steam Familienbibliothek einrichten geht in wenigen Schritten: Du öffnest in Steam die Accountdetails, wählst „Familienverwaltung“, klickst auf „Familie erstellen“ und lädst danach bis zu fünf weitere Personen aus deinem Haushalt als Erwachsene oder Kinder ein. Sobald sie die Einladung annehmen, sehen alle Mitglieder die teilbaren Spiele der anderen in ihrer Bibliothek. So teilst du deine Spiele, ohne Passwörter weiterzugeben.
Die Familienbibliothek heißt bei Valve inzwischen Steam-Familie. Sie ersetzt die frühere Familienbibliothek und die Familienansicht und bündelt beides an einem Ort: Teilen von Spielen und Kindersicherung. Valve beschreibt die Funktionen im Benutzerhandbuch und häufig gestellte Fragen zu Steam-Familien. Darauf beruht diese Anleitung (Stand: Oktober 2026).
Wer vor allem wissen will, ob zwei Personen gleichzeitig spielen können und was mit DLCs passiert, findet das in Steam Family Sharing: Können zwei gleichzeitig spielen?. Hier geht es um die Einrichtung und um die Fehler, die dabei auftreten.
Bevor du anfängst: die Voraussetzungen
Prüf vor dem Einrichten diese Punkte, sonst scheitert der Beitritt später:
- Jedes Mitglied braucht einen eigenen Steam-Account. Auch Kinder. Konten werden nicht geteilt.
- Höchstens sechs Mitglieder pro Familie, also du und bis zu fünf weitere.
- Gemeinsamer Haushalt: Valve schreibt, dass eine Steam-Familie für Familienmitglieder gedacht ist, die im selben Haushalt leben.
- Keine laufende Wartezeit: Wer in den letzten zwölf Monaten eine andere Familie verlassen hat, kann unter Umständen noch nicht beitreten.
Für Kinder kommt hinzu: Der Account des Kindes muss die Freundschaftsanfrage eines Erwachsenen angenommen haben und der Familie beigetreten sein, bevor du die Kindersicherung einrichten kannst.
Steam Familienbibliothek einrichten: Schritt für Schritt
Die Familie lässt sich laut Valve im Steam-Client, auf dem Smartphone oder im Webbrowser verwalten. Im Client gehst du so vor:
- Oben rechts auf deinen Accountnamen klicken und Accountdetails öffnen.
- Den Bereich Familienverwaltung wählen.
- Auf Familie erstellen klicken und einen Namen eingeben. Den Namen kannst du jederzeit ändern.
- Auf Neues Mitglied einladen klicken. Steam schlägt Accounts vor, oder du suchst gezielt nach einem Account.
- Festlegen, ob die Person als Erwachsener oder als Kind eingeladen wird.
- Die eingeladene Person bekommt eine Benachrichtigung und nimmt die Einladung an.
Danach erscheinen die Spiele der anderen Mitglieder in der eigenen Bibliothek, genau wie die eigenen Spiele. Wenn du sie getrennt sehen willst, wählst du im Auswahlmenü oberhalb der Spieleliste „Nach Bibliothek sortieren“.
Erwachsener oder Kind: Welche Rolle passt?
Die Rolle entscheidet, wer was darf. Valve unterscheidet:
- Erwachsene verwalten Einladungen, können andere Mitglieder ausschließen und die Accounts von Kindern einschränken.
- Kinder unterliegen der Kindersicherung und können die Familie nicht verwalten.
Valve gibt eine einfache Faustregel: Wenn du für einen Account den Zugriff auf bestimmte Spiele einschränken willst, lade ihn als Kind ein. Sonst als Erwachsenen. Achtung bei der Rolle: Kinder können eine Familie nicht selbst verlassen. Wer versehentlich als Kind beigetreten ist, muss sich laut Valve an den Steam-Support wenden.
Kindersicherung einrichten
Erwachsene legen die Kindersicherung für jedes Kind einzeln fest:
- Accountdetails > Familienverwaltung öffnen.
- Den Tab Verwalten wählen und den Bereich des Kindes über die Pfeile rechts aufklappen.
- Kindersicherung für diesen Benutzer aktivieren einschalten.
- Im neuen Fenster festlegen, welche Spiele und Steam-Funktionen erlaubt sind und wie lange gespielt werden darf.
Erwachsene können laut Valve außerdem den Zugriff auf Shop, Community und Chat einschränken, die Spielzeit verfolgen und Anfragen nach mehr Spielzeit genehmigen oder ablehnen. Kinder können einen Kaufwunsch schicken. Ein Erwachsener schließt den Kauf dann auf dem Smartphone oder über die E-Mail-Benachrichtigung ab, und das Spiel landet direkt im Account des Kindes. Mehr zu den Schutzfunktionen steht in unserem Beitrag zur Steam-Kindersicherung.
Kann sich ein Kind nicht mehr anmelden, hilft ein Erwachsener mit Account wiederherstellen im selben Bereich. Die Schaltfläche erscheint aber erst, wenn das Kind seit mindestens 30 Tagen Mitglied der Familie ist.
Umstieg von der alten Familienbibliothek
Wer früher schon mit Familienbibliothek oder Familienansicht gearbeitet hat, muss nicht von vorn anfangen. Valve schreibt, dass Steam nach dem Erstellen der Familie automatisch die Accounts zum Einladen vorschlägt, mit denen du bisher Spiele geteilt hast. Einstellungen aus der Familienansicht werden beim Hinzufügen eines Kindes als Kindersicherung übernommen. Die PIN der alten Familienansicht fällt dabei weg, die Einstellungen bleiben.
Das Gamingmagazin MeinMMO fasst in seinem Überblick Steam-Familie: Alle Informationen zum neuen Feature zusammen, was sich gegenüber dem alten System geändert hat. Der Abschnitt zur Anmeldung an der Beta ist inzwischen überholt, weil die Steam-Familie für alle freigeschaltet ist.
Was sich nach dem Einrichten in der Bibliothek ändert
Nach dem Beitritt sieht jedes Mitglied die teilbaren Spiele aller anderen. Ein paar Dinge bleiben dabei klar getrennt:
- Besitz: Valve stellt klar, dass der Käufer eines Spiels immer der Besitzer bleibt. Was du neu kaufst, landet in deiner eigenen Sammlung.
- Fortschritt: Spielstände, Steam-Errungenschaften und Workshop-Gegenstände gehören dem Account, der spielt.
- Parallel spielen: Du kannst ein Spiel eines anderen Mitglieds starten, auch wenn dieses gerade einen anderen Titel aus seiner Sammlung spielt. Nur dasselbe Exemplar kann nicht doppelt laufen.
- Offline: Teilbare Spiele lassen sich nach Valves Angaben auch ohne Internetverbindung spielen.
Besitzen mehrere Mitglieder dasselbe Spiel, fragt Steam beim ersten Start, wessen Exemplar du nutzen willst, und merkt sich die Wahl.
Die Familie im Alltag verwalten
Auch nach der Einrichtung bleibt die Familienverwaltung der Ort für Änderungen. Den Familiennamen kannst du dort jederzeit anpassen. Erwachsene laden neue Mitglieder ein oder schließen bestehende aus.
Plane Änderungen trotzdem mit Bedacht, denn Valve hat Sperrfristen eingebaut. Wird ein Platz frei, weil jemand austritt, bleibt er ein Jahr lang gesperrt. Ein Erwachsener, der austritt, kann erst ein Jahr nach seinem Beitritt zur alten Familie eine neue gründen oder sich einer anderen anschließen. Wer die Familie nur aus Versehen verlassen hat, darf ohne Wartezeit zurück, solange ein Platz offen ist. Lad deshalb beim Einrichten nur Personen ein, die wirklich dauerhaft dazugehören, und lass dir für die letzten freien Plätze Zeit.
„Nicht für die Familienbibliothek verfügbar“: Warum ein Spiel fehlt
Taucht ein Spiel nicht in der Familienbibliothek auf oder meldet Steam, dass es nicht verfügbar ist, kommt eine der Ausnahmen in Frage, die Valve nennt. Nicht geteilt werden:
- Spiele, die einen zusätzlichen Produktschlüssel, einen Account oder ein Abo eines Drittanbieters verlangen
- kostenlos spielbare Spiele und dafür gekaufte Zusatzinhalte
- Spiele, die in deiner Region oder der eines anderen Mitglieds eingeschränkt sind
- Spiele, die das Betriebssystem eines Mitglieds nicht unterstützt
- Spiele, die der Publisher als nicht teilbar markiert hat
- Spiele, die der Besitzer als privat markiert hat
Der letzte Punkt lässt sich selbst beheben. Hat das Familienmitglied ein Spiel als privat markiert, sieht die Familie es nicht. Die Markierung nimmt der Besitzer in seiner Bibliothek wieder zurück.
Ist ein Spiel gesperrt, weil gerade jemand anderes es spielt, zeigt Steam den Namen der Person an. Es wird frei, sobald diese das Spiel beendet.
Typische Probleme und ihre Lösungen
„Ich kann keiner Steam-Familie beitreten.“ Valve nennt drei Ursachen: Die Accountaktivität zeigt nicht, dass du zum selben Haushalt gehörst wie die anderen Mitglieder. Dein Account hat eine Abklingzeit, weil du eine andere Familie verlassen hast. Oder die freien Plätze der Familie unterliegen gerade einer Wartezeit. Beim Beitrittsversuch sagt Steam, wie lange die Wartezeit dauert.
Die Einladung kommt nicht an. Prüf, ob du den richtigen Account eingeladen hast. Über die Suche in „Neues Mitglied einladen“ findest du Accounts auch, wenn sie nicht vorgeschlagen werden.
Ein Familienmitglied ist versehentlich ausgetreten. Es kann laut Valve ohne Wartezeit zurück in die bisherige Familie, solange dort ein Platz frei ist.
Die Option zum Wiederherstellen eines Kinder-Accounts fehlt. Sie erscheint erst 30 Tage nach dem Beitritt des Kindes und nur für Erwachsene.
Das Kind sieht Spiele, die es nicht spielen soll. Über die Kindersicherung schränkst du die spielbaren Spiele ein. Bei Erwachsenen geht das nicht. Wer bestimmte Spiele für alle verbergen will, markiert sie als privat.
Spielstände fehlen nach dem Wechsel auf ein geteiltes Spiel. Jedes Mitglied speichert eigene Spielstände. Fortschritte aus dem eigenen Account lassen sich laut Valve nicht auf einen anderen Account übertragen, auch nicht auf ein neues Kinderkonto.
Sicherheit: Wen du einladen solltest
Teilen heißt auch Verantwortung teilen. Valve warnt: Erwischt das Anti-Cheat-System VAC ein Familienmitglied in einem deiner Spiele beim Cheaten, können die Familien-Privilegien entzogen und dein Account von VAC ausgeschlossen werden. Lade deshalb nur Menschen ein, denen du vertraust, und gib dein Passwort nie weiter. Die Familie funktioniert ausdrücklich ohne geteilte Zugangsdaten.
Entscheidungshilfe: So richtest du die Familie passend ein
- Paar oder Wohngemeinschaft mit Familienbindung: alle als Erwachsene einladen.
- Eltern mit Kindern unter 18: Eltern als Erwachsene, Kinder als Kinder. Dann gleich die Kindersicherung einrichten.
- Volljähriges Kind, das bald auszieht: als Erwachsenen einladen. Erwachsene können die Familie selbst verlassen und später eine eigene gründen.
- Freunde in anderen Haushalten: nicht vorgesehen, der Beitritt kann scheitern.
- Ihr wollt dasselbe Spiel regelmäßig parallel spielen: Dafür braucht ihr zwei Exemplare. Die Regeln dazu stehen in unserem Beitrag zum gleichzeitigen Spielen.
Das Wichtigste in Kürze
- Einrichten über Accountdetails > Familienverwaltung > Familie erstellen > Neues Mitglied einladen.
- Höchstens sechs Mitglieder, gedacht für einen gemeinsamen Haushalt, jedes mit eigenem Account.
- Rolle wählen: Erwachsene verwalten, Kinder unterliegen der Kindersicherung.
- Fehlende Spiele fallen unter Valves Ausnahmen, etwa Drittanbieter-Accounts, Free-to-Play oder als privat markierte Spiele.
- Beitritt scheitert bei fehlendem gemeinsamem Haushalt oder laufender Wartezeit.
- Nur vertrauenswürdige Personen einladen: Cheats in deinen Spielen können auch deinen Account treffen.
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