Steam Family Sharing: Spiele gleichzeitig nutzen – geht das?
Die Steam-Familienbibliothek ist eine fantastische Möglichkeit, den Spielekatalog innerhalb eines Haushalts zu teilen. Doch eine Frage taucht bei der Nutzung immer wieder auf: Was passiert, wenn zwei Personen gleichzeitig spielen möchten? Mit der Einführung der neuen Steam-Familie hat Valve die Regeln für das gleichzeitige Spielen deutlich kundenfreundlicher gestaltet [1].
In diesem Artikel klären wir, wie das Steam Family Sharing beim gleichzeitigen Spielen funktioniert, welche Einschränkungen es gibt und wie das System mit mehreren Spielexemplaren umgeht. Falls Sie die Funktion noch nicht nutzen, finden Sie alle Grundlagen in unserer Anleitung zur Einrichtung der Steam-Familienbibliothek.
Der große Fortschritt: Unabhängiges Spielen
Im alten System der Familienbibliothek gab es eine frustrierende Einschränkung: Wenn der Besitzer der Bibliothek ein beliebiges Spiel spielte, war die gesamte Bibliothek für alle anderen gesperrt. Dies führte oft zu Konflikten.
Mit der neuen Steam-Familie gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Die wichtigste Neuerung lautet: Sie können ein Spiel aus der Bibliothek eines anderen Familienmitglieds auch dann spielen, wenn dieses Mitglied gerade einen anderen Titel seiner Kollektion spielt [1]. Die Bibliothek als Ganzes wird also nicht mehr blockiert.
Die Regel für einzelne Spiele
Die Freiheit hat jedoch eine logische Grenze: Ein einzelnes Spielexemplar kann immer nur von einer Person zur selben Zeit gespielt werden. Besitzt Ihre Familie beispielsweise genau eine Kopie von Cyberpunk 2077, kann nur ein Familienmitglied dieses Spiel starten.
Versucht ein zweites Mitglied, das Spiel zu starten, während es bereits gespielt wird, zeigt der Steam-Client an, dass das Spiel aktuell gesperrt ist. Sie müssen dann warten, bis die andere Person das Spiel beendet hat [1]. Alternativ können Sie in der Zwischenzeit ein beliebiges anderes Spiel aus der gemeinsamen Bibliothek spielen.
Mehrere Exemplare in der Familie
Was aber, wenn Sie ein Multiplayer-Spiel wie Portal 2 gemeinsam im Koop-Modus spielen möchten? Hier greift das Pooling-System der Steam-Familie. Die Lizenzen aller Familienmitglieder werden zusammengelegt.
Ein Beispiel: Ihre Familie besteht aus vier Personen. Mitglied A besitzt eine Kopie von Portal 2, und Mitglied B kauft ebenfalls eine Kopie. Die Familie besitzt nun insgesamt zwei Exemplare des Spiels. Das bedeutet, dass zwei beliebige Mitglieder der Familie das Spiel gleichzeitig spielen können [2]. Wer genau die Spiele gekauft hat, spielt für die Nutzung keine Rolle mehr – der Pool an Lizenzen ist für alle da.
Umgang mit DLCs und Zusatzinhalten
Beim Teilen von Spielen stellt sich oft die Frage nach den Zusatzinhalten (DLCs). Starten Sie ein Spiel, das einem anderen Mitglied gehört, erhalten Sie auch Zugriff auf dessen teilbare Zusatzinhalte [1].
Wenn es in der Familie mehrere Exemplare eines Spiels mit unterschiedlichen DLCs gibt, fragt Steam Sie beim Start, wessen Exemplar Sie spielen möchten. Das System merkt sich diese Auswahl für die Zukunft. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihre Spielspeicherstände möglicherweise nicht funktionieren, wenn Sie später zu einem Exemplar mit anderen Zusatzinhalten wechseln [1].
Offline spielen
Ein weiterer Pluspunkt: Sie müssen nicht zwingend online sein, um ein geteiltes Spiel zu spielen. Solange der Titel grundsätzlich für das Family Sharing freigegeben ist, können Sie ihn auch im Offline-Modus von Steam nutzen [1].
Fazit
Das neue Steam Family Sharing ist flexibler denn je. Die Aufhebung der Bibliotheks-Sperre ist ein riesiger Gewinn für alle Nutzer. Zwar bleibt die Regel “Ein Exemplar = Ein gleichzeitiger Spieler” bestehen, durch das Zusammenlegen von Lizenzen lassen sich aber auch Multiplayer-Partien problemlos organisieren. Für Eltern bietet das System zudem weitreichende Kontrollmöglichkeiten – mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zur Steam Kindersicherung.
Quellen:
[1] Steam-Support: Benutzerhandbuch und häufig gestellte Fragen zu Steam-Familien
[2] Steam News: Steam Families is here